Bachelor- und Master-Studiengang Chemie

Bereits seit dem Wintersemester 2002/2003 besteht an der Universität Leipzig ein gestufter Studiengang Chemie mit Bachelor-/Masterabschluss, der den klassischen Diplomstudiengang Chemie ersetzt hat. Mit dieser Neustrukturierung wurde das Chemiestudium, den veränderten Anforderungen Rechnung tragend, modernisiert. Insbesondere der Strukturwandel und die Globalisierung in der chemischen Industrie sowie die zunehmende Internationalisierung der Studiengänge und die notwendige Intensivierung des Austausches von Studierenden, Doktoranden und Post-Docs mit ausländischen Hochschulen machten diese Neustrukturierung erforderlich. Im Rahmen des gegenwärtig laufenden Bologna-Prozesses zur Harmonisierung von Bildungsangeboten und Bildungsabschlüssen im EU-Raum wird der bestehende Bachelor-/Masterstudiengang Chemie beginnend ab dem Wintersemester 2005/2006 in einen modular aufgebauten Studiengang überführt und mit einem System zur Vergabe von Leistungspunkten versehen. Der sechssemestrige Bachelorstudiengang Chemie führt zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss als Bachelor of Science und wird mit 180 Leistungspunkten (LP) ausgewiesen. Hierbei wurde vorgegeben, dass für den Erwerb von 1 LP ein studentischer Arbeitsaufwand im Äquivalent von 30 Stunden (Präsenzzeit und Zeit zum Selbststudium) notwendig ist. Der nach dem Abschluss des Bachelorstudiengang folgende viersemestrige Masterstudiengang Chemie führt zum zweiten berufsqualifizierenden Abschluss als Master of Science und erfordert einen Arbeitsaufwand im Umfang von 120 LP. Der Masterabschluss ist ein Äquivalent zum früheren Diplom und berechtigt grundsätzlich zur Promotion. Die Regelstudienzeit für den Bachelor-/Masterstudiengang beträgt somit insgesamt 10 Semester. Eine anschließende Promotion beansprucht nochmals in der Regel 6 Semester.

Im Bachelorstudiengang werden die essentiellen Grundlagen für folgende chemische Fächer gelegt: Analytische Chemie, Anorganische Chemie, Biochemie, Organische Chemie, Physikalische Chemie, Technische Chemie und Theoretische Chemie. Daneben werden Kenntnisse in Physik, Mathematik, Informatik, Toxikologie und Rechtskunde in einem Ausmaß vermittelt, das einen selbständigen Einsatz dieser Wissenschaftszweige bei der Lösung chemischer Aufgabenstellungen ermöglicht. Im Bachelorstudiengang besteht nur in geringem Umfang die Möglichkeit, Lehr-veranstaltungen nach eigener Wahl (sogenannte Wahlpflichtmodule) zusammenzustellen. Das Lehrangebot im Bachelorstudiengang ist in einzelne Module untergliedert. Diese Module werden mit Prüfungen abgeschlossen, die studienbegleitend durchgeführt werden, und auf deren Grundlage die Vergabe der Leistungspunkte erfolgt. Die Bachelorprüfung umfasst die genannten Modulprüfungen sowie die Bachelorarbeit. Besondere Zwischen- oder StudienabschlussprÃŒfungen finden nicht statt.

Im Masterstudiengang besitzt der Studierende bezüglich der Studieninhalte breit gefächerte Wahlmöglichkeiten. Neben vier ausgewiesenen Pflichtmodulen im Umfang von je 5 LP kann der größte Anteil des Masterstudiums aus einem großen Angebot von Wahlpflichtmodulen der chemischen Fächer Analytische Chemie, Anorganische Chemie, Organische Chemie, Physikalische Chemie, Technische Chemie oder Theoretische Chemie oder auch der stärker interdisziplinär geprägten Spezialisierungsrichtungen Chemie/Biowissenschaften, Chemie der Grenzflächen, Materialwissenschaften sowie Umweltchemie zusammengestellt werden. Analog zum Bachelorstudiengang besteht die Prüfung im Masterstudiengang aus den jeweiligen Modulprüfungen sowie der Masterarbeit. Die Masterarbeit hat einen Umfang von 30 LP und wird im letzten Semester durchgeführt. Die Zeit von der Ausgabe des Themas der Masterarbeit bis zu deren Abgabe beträgt höchstens 26 Wochen.

letzte Änderung: 02.03.2017