In Leipzig studieren

Warum Chemie?

Ein dünnes Brett ist es nicht, das Chemiestudium. Die 5 Jahre bis zum Abschluss als "Master of Science" und etwa weitere 3 Jahre bis zum "Dr. rer. nat." strengen an − physisch durch die Tätigkeit in den Laboratorien und psychisch durch Vielfalt, Lernpensum und Theorie.

Und es gibt auch kein anderes Studium mit einer solch merkwürdigen Mischung aus manueller Laborpraxis, empirischer Beobachtung, abstraktem Denken und notwendiger Kreativität. Insofern ähnelt es der Musik - und unterscheidet sich von der strengen Mathematik: Schwächen auf der einen Seite (wenn es Ihnen z.B. im Laboratorium nicht sonderlich gut von der Hand geht) lassen sich durch gute Leistungen auf der anderen (z. B. beim Umgang mit dem Computer in der Theorie) im Allgemeinen kompensieren, und umgekehrt. Übrigens ist die Chemie keine Männerangelegenheit − weibliche und männliche Studierende sind in Leipzig jeweils zur Hälfte vertreten. Die Ambivalenz und Komplexität in Denkweise, Vielseitigkeit und Selbstverständnis ist aber auch Gewähr für überdurchschnittliche Chancen im späteren Berufsleben. 'Chemists have solutions' sagen die Amerikaner und meinen, frei übersetzt: Chemiker machen immer etwas draus! Das Chemiestudium ist anspruchsvoll, und es ist die Basis für eine anspruchsvolle Tätigkeit. Nach wie vor bietet die deutsche chemische Industrie, die in der Welt sehr geachtet ist und wesentlich unser Bruttosozialprodukt mitbestimmt, sehr gute Aufstiegschancen. Andererseits wirken viele der frisch ausgebildeten und promovierten Chemiker an deutschen Hochschulen und Universitäten - darunter auch an der Uni Leipzig - oder gelangen in Spitzenpositionen anderer Branchen oder sind im freien Beruf tätig. Die Berufsfelder umfassen: Qualitätskontrolle, Umweltbereiche in Produktion, Verkehr und bei Behörde, Wasserwirtschaft, Information und Kommunikation, Verbände, Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalismus, Fahrzeugbau, Bibliotheks- und Patentwesen, Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft, kommunale Bereiche, Medizin, Gesundheitswesen, klinische Labors, Pharmaindustrie, und nicht zu vergessen die Chemiebildung auf allen Ebenen, Realschulen, Gymnasien, Hochschulen, Postgradual- und Erwachsenenbildung usw.. All diese Segmente bieten interessante und anspruchsvolle lebenslange Berufsaufgaben und Selbstverwirklichung. Es gibt die ausgefallensten Jobs: Restauratoren in Weltgalerien brauchen Chemiker, Kriminalisten stützen sich auf die chemische Spurenermittlung und Identifikation, Kosmetik, Elektrotechnik, Mikroelektronik, Luft- und Raumfahrt, Legislative und Exekutive in der kommunalen, Landes- und internationalen Politik, UNO, UNESCO, Atomenergie Agency, in der Friedensforschung, Konfliktbewältigung, und im Militärwesen - als Chemiker können und müssen Sie viel forschen, beurteilen und bewegen. Kurzum, das Chemiestudium ist eine sehr chancenreiche aktive Investition in die Zukunft, mit vielen Facetten, Basis für eine berufliche Karriere aufgrund einer fundierten Ausbildung.

Und warum Chemie in Leipzig studieren?

Die Universität Leipzig ist die zweitälteste Universität Deutschlands (Gründung 1409). Das erste chemische Laboratorium war in der Remise einer Speisewirtschaft der alten Pleißenburg eingerichtet (1804). Kolbe, Wislicenus, Ostwald, Beckmann, Hantzsch und Helferich, Männer mit Rang und Namen in der Chemie, wirkten an unserer Universität. In Leipzig entstand 1897 auch das erste Institut für Physikalische Chemie in Deutschland, das seit 1998 den Namen Ostwalds trägt. Über die Zeitläufe hinweg hat die Chemie in Leipzig ihren guten Ruf bewahrt − ein Erbe, auf das wir stolz sind und dem wir uns verpflichtet fühlen. Für ein Chemiestudium ist Leipzig besonders attraktiv!

Gute materielle Voraussetzungen und individuelle Betreuung sorgen für einen zügigen Studienablauf. Mit einer mittleren Studiendauer von 6,0 Semestern bis zum Bachelor of Science, 10,6 Semestern bis zum Master of Science und  18,7 Semestern bis zur Promotion liegt Leipzig in der jüngsten Statistik der Gesellschaft Deutscher Chemiker wiederum in der absoluten Spitzengruppe aller deutschen Universitäten und Hochschulen. Das Profil der Institute, Forschungsverbünde sowie zahlreiche Kooperationen im In- und Ausland bieten zugleich die Gewähr für attraktive, moderne Forschungsgebiete.Leipzig ist jedoch nicht nur ein empfehlenswerter Studienort - Leipzig ist auch ein attraktives Ziel für Touristen aus dem In- und Ausland. Der geschlossene historische Stadtkern mit Handelshöfen und Einkaufspassagen oder das Gründerzeitviertel um die Waldstraße sind architektonisch einmalig in Deutschland. Als Großstadt mit ca. 550.000 Einwohnern ist Leipzig zugleich eine 'grüne Stadt', es besitzt die meisten Park- und Waldflächen aller deutschen Städte. Mit Fluidum und multikultureller Vielfalt- von der Wochenendmotette der Thomaner, dem Gewandhaus, der Oper und den Kabaretts bis zur Szene der bildenden Künstler, vom Studententreff in der faszinierenden Moritzbastei bis zur aktiven und sportlichen Vielfalt bietet Leipzig in sächsischer Liberalität Anregung und Ausgleich zur intellektuellen und physischen Herausforderung des Chemiestudiums: Universitas litterarum lipsiensis!Und Leipzig ist nicht ab. Als Stadt mit dem größten Kopfbahnhof und dem modernsten Messegelände Europas ist es gut zu erreichen, und man kommt auch zum Wochenende mal schnell zu Muttern.

Nach den etwas schwärmerischen Exkursen ins Leipziger Ambiente des Chemiestudiums wird es jetzt konkret − in den nachfolgenden Studiengängen können Sie sich an der Fakultät für Chemie und Mineralogie einschreiben:

Bachelor- und Master-Studiengang Chemie, Internationaler (englischsprachiger) Masterstudiengang Structural Chemistry and Spectroscopy, Internationaler (englischsprachiger) Masterstudiengang "Advanced Spectroscopy in Chemistry" Masterstudiengang "Mineralogie und Materialwissenschaft", Staatsexamen Lehramt Chemie an Gymnasien und Mittelschulen sowie Sonderpädagogik

Für den beruflichen Werdegang ist es wohl von Interesse, aber auf keinen Fall entscheidend, welche Vertiefungs- und Spezialisierungsrichtung Sie während des Studiums einschlagen, in welchem Bereich Sie Ihren Master-Abschluss erwerben und promovieren. Die Chemie ist eine Wissenschaft von den Veränderungen, und berufliche Vielseitigkeit und Vielfalt ist schon während des Studiums eine intellektuelle Herausforderung voller Anregungen und mit viel Einfluß und Wechselbeziehungen. Wenn Sie glauben oder während des Studiums nach einigen Semestern empfinden, dass Chemie vielleicht doch nicht die Wahl von Dauer für Sie ist: Nichts ist umsonst! Schließlich haben Männer und Frauen wie Berthold Brecht, Margret Thatcher, Johannes Mario Simmel, Roger Whittaker, Elias Canetti oder Heinz Riesenhuber auch Chemie studiert. Wo studiert man Chemie an der Uni Leipzig? Seit dem Bezug des neuen Gebäudes in der Johannisallee 29 im September 1999 sind fast alle Institute, Hörsäle und Laboratorien auf dem Areal zwischen Linnéstraße, Rosenthalstraße und Johannisallee vereint. (Eine Ausnahme bildet nur das Institut für Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaften in der Scharnhorststraße.) Das sanierte Gebäude des Wilhelm-Ostwald-Institutes sowie das restaurierte "Technikum-Analytikum" und das neue Gebäude bieten beste Studienvoraussetzungen. Die räumliche Nähe der Physik und der Biowissenschaften ermöglicht auch den guten Kontakt über die Fakultätsgrenzen. Alle Institute sind vom Hauptbahnhof und von der Leipziger Innenstadt bequem mit der Straßenbahn (Linien 2, 16) oder aber auch zu Fuß in ca. 20 Minuten zu erreichen.

letzte Änderung: 08.03.2016