Geschichtliches

Die Chemie blickt auf eine mehr als 300- jährige Entwicklung an der im Jahre 1409 gegründeten Leipziger Universität zurück, und beginnt namentlich mit MICHAEL HEINRICH HORN (1668-1681). Die Anfänge der Mineralogie werden mit KARL FRIEDRICH NAUMANNs (1842 - 1870) Wirken verbunden.

Mit OTTO LINNE ERDMANN (1827/31-1869), Gründungsherausgeber des Journals für Praktische Chemie im Jahre 1834, wurde das erste Ordinariat für Chemie (Professur für Technische Chemie) an der Philosophischen Fakultät eingerichtet. Das erste Chemische Laboratorium wurde 1804 in den Kellerräumen der Pleißenburg angesiedelt, auf deren Standort sich heute das Neue Rathaus befindet. Der Vorstand dieses Laboratoriums war CHRISTIAN GOTTHOLD ESCHENBACH. Im Jahre 1843 bezog OTTO LINNE ERDMANN ein neues, für damalige Zeiten recht gut ausgestattetes Laboratorium im Fridericianum.

Die großen Leistungen der Leipziger Chemie sind mit klangvollen Namen verbunden, wie HERMANN KOLBE (1865-1884), JOHANNES WISLICENUS (1885-1902), GUSTAV HEINRICH WIEDEMANN (1871-1887), WILHELM OSTWALD (1887-1906; Nobelpreis für Chemie 1909), ERNST OTTO BECKMANN (1897-1912), ARTHUR HANTZSCH (1903-1930) und BURCKHARDT HELFERICH (1930-1945).

Die Ordinarien der schweren Zeit nach dem 2. Weltkrieg waren LEOPOLD WOLF (1945/47 -1961), WILHELM TREIBS (1951-1961), HERBERT STAUDE (1947-1959) und EBERHARD LEIBNITZ (1951-1968).

Die Trennung des bis dahin einen Ordinariats für Allgemeine, Anorganische und Organische Chemie in zwei gleichrangige, das Ordinariat für Anorganische Chemie und das Ordinariat für Organische Chemie mit gleichzeitiger Gründung der Institute für Anorganische Chemie und Organische Chemie, erfolgte 1951 bereits innerhalb der nunmehr akademischen Zugehörigkeit der Chemischen Laboratorien zur Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und ging etwa zeitgleich einher mit dem Wiederaufbau der durch einen anglo-amerikanischen Bombenangriff am 04. Dezember 1943 fast völlig zerstörten Laborgebäude in der Liebigstraße und Linnestraße. In der Leitung der Institute folgten bis 1968 HEINZ HOLZAPFEL, MANFRED MÜHLSTÄDT und GERHARD GEISELER.

Bereits im Mai 1938 hatte sich die Pharmazeutische Chemie unter KARL HUGO FRIEDRICH BAUER mit der Bildung eines eigenen Institutes für Pharmazie vom Verbund der Chemischen Institute abgelöst. Biochemie und Pharmazeutische Chemie, zunächst ebenfalls in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (Phil .II) angesiedelt, wurden danach an die Medizinische Fakultät und zu den Biowissenschaften abgegeben.

Mineralogie, Kristallographie und Petrographie haben sich unter den Ordinariaten von KARL FRIEDRICH NAUMANN, FERDINAND ZIRKEL (1870-1909), FRIEDRICH RINNE (1909-1928); KARL-HERRMANN SCHEUMANN (1928-1945), HERBERT PÜHRER (1946-1960) und HERMANN NEELS (1960-1978) gleichberechtigt mit der Fachrichtung Chemie in der Philosophischen Fakultät, danach in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät entwickelt. Unter dem Ordinariat von PETER PAUFLER (1978-1992) erfolgte der verstärkte Ausbau der Kristallographie. Die wissenschaftlichen Leistungen und Mineralogischen Sammlungen waren international geachtet und bekannt.

Im Zuge einer Hochschulreform wurde am 15. Juni 1968 durch Zusammenführung der Institute die Sektion Chemie (Gründungsdirektor: SIEGFRIED HAUPTMANN) gebildet, zunächst in fünf Forschungskollektiven und ab dem Jahre 1972 in vierzehn Arbeitsgruppen einschließlich der Kristallographie strukturiert, die man später (1982) in acht Wissenschaftsbereichen einschließend den gleichrangigen Fachbereich Kristallographie konzentrierte.

Nach der deutschen Vereinigung im Oktober 1990 wurde CORNELIUS WEISS in geheimer Wahl Sektionsdirektor . Wegen der Übernahme seines ersten Rektorats folgte bereits im März 1991 sein ebenfalls gewählter Stellvertreter, HORST WILDE, als Direktor des nunmehrigen Fachbereichs Chemie. Zusammen mit den Stellvertretern ROLF BORSDORF und KONRAD QUITZSCH leitete er den Fachbereich Chemie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, dem in dieser Zeit das Interdisziplinäre Institut für Natur-und Umweltschutz angegliedert wurde, bis zum Januar 1994.

Aus den am 2. Dezember 1993 gegründeten Instituten für Analytische Chemie; Anorganische Chemie; Organische Chemie; Physikalische und Theoretische Chemie; Technische Chemie; Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaft sowie dem Interdisziplinären Institut für Natur- und Umweltschutz, dem Bereich Chemiedidaktik und der Betriebseinheit Technisch-ökonomischer Bereich wurde am 14. Januar 1994 auf der Grundlage des Sächsischen Hochschulgesetzes vom 04. August 1993 unter dem ersten Rektorat des Professors für Theoretische Chemie, CORNELIUS WEISS, die Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig gebildet.

letzte Änderung: 29.04.2013